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Berichte vom Studientag
(7.10.2006 in Hamburg)

Luise Schramm

Achim Schmitz

Gudrun Knittel


Bericht vom Studientag 2005
 

 

 

 

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Eindrücke vom Studientag zu Fragen der Gewaltfreiheit (7.10.2006 in Hamburg)

Luise Schramm

 

Dissertationsvorhaben zum Thema "Trainings für Gewaltfreiheit": Recherche und Studientag

Achim Schmitz

 

Ein paar Rosinen vom Studientag:
Ideen für wirkungsvollere gewaltfreie Strategien und Gender in der zivilen Konfliktbearbeitung

Gudrun Knittel


Eindrücke vom Studientag zu Fragen der Gewaltfreiheit (7.10.2006 in Hamburg)

Den Studientag "Gewaltfreiheit zur Gesellschaftsveränderung und /oder zur konstruktiven Bildungsarbeit - ein Spannungsfeld?", der vom Archiv Aktiv - Auswertungen und Anregungen für gewaltfreie Bewegungen, dem Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK), dem Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (ikm) und der Arbeitsstelle "Gewalt überwinden" der Nordelbischen Kirche organisiert wurde und der am 7.10. in der Friedenskirche in Hamburg-Altona stattfand, habe ich in mehrfacher Hinsicht als Bereicherung erlebt.

Erstens bin ich vor allem sehr dankbar für die Möglichkeit, auf dem Studientag mein eigenes kirchengeschichtliches Dissertationsvorhaben "Die Auseinandersetzungen in der evangelischen Kirche am Beispiel Wyhl und Brokdorf" vorzustellen. Ich legte im ersten Teil meines Vortrages die Konzeption meines Projektes dar und im zweiten Teil stellte ich die Hamburger Initiative Kirchliche Mitarbeiter und Gewaltfreie Aktion vor. Ich empfand vor allem die angenehme Atmosphäre als wohltuend, die einen ermutigte auch Unfertiges zu präsentieren und im gemeinsamen Nachdenken weiterzuentwickeln. Und ich profitierte erstens von den kritischen Rückfragen, so z. B. nach einer ökumenischen und länderübergreifenden Perspektive und nach dem meiner Arbeit zugrunde gelegten Kirchenbegriff, und zweitens von den Erinnerungen der anwesenden Zeitzeugen. Aber auch schon die Vorbereitung des Vortrages war für mich anregend, da ich durch das Thema der Tagung "Gewaltfreiheit zur Gesellschaftsveränderung und/oder zur konstruktiven Bildungsarbeit - ein Spannungsfeld?" einen anderen Blick auf meine Thematik bekam: Eigentlich geht es mir in meiner Arbeit vor allem um die innerkirchlichen Diskussionen und die Veränderungen, die innerhalb der Kirche einhergehend mit den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen stattgefunden haben; jetzt geriet für mich aber auch die Fragestellung, inwieweit damals gewaltfreie Aktionsmöglichkeiten durch kirchliche Akteure probiert und entwickelt wurden, in den Blick.
In das Gesamtkonzept der Tagung fügte sich mein Thema ein, weil in der an meinen Vortrag anschließenden Diskussion die Erkenntnisse des vorhergehenden Vortrags "Gewaltfreie Aktion - eine soziale Praxis von Widerstand und konstruktivem Programm" von Stellan Vinthagen aufgegriffen wurden, indem vor dem Hintergrund der historischen Fokussierung auf den gewaltfreien Widerstandes gegen die Atomenergie darüber diskutiert wurde, wie und wann, auf welche Art und unter welchen Umständen gewaltfreie Aktionen wirkkräftig werden können. So wurde z.B. die Notwendigkeit einer bewussten Auseinandersetzung mit dem Charakter gewaltfreier Aktionen verbunden mit Trainings in gewaltfreier Aktion diskutiert.

Sehr bereichernd war für mich zweitens das Kennen lernen der anderen wissenschaftlichen Arbeiten. Sie gaben zwar für mein Dissertationsprojekt weniger inhaltliche Anstöße, weil mein Thema doch ein wenig anders geartet lag. Aber zum einen erhielt ich methodische Anstöße über Verfahren der Textauswertung und der Interviewführung durch den Vortrag der Umweltwissenschaftlerin Beate Friedrich, die die Konzeption ihrer Diplomarbeit "Soziale Bewegungen zwischen Konfrontation und Kooperation. Perspektiven herrschaftskritischer, radikalökologischer und basisdemokratischer Akteure bei Umwelt- und Technikkonflikten" vorstellte.
Zum anderen interessierten mich inhaltlich vor allem die Themen zu Gandhis Konzept des Gewaltfreien Widerstandes, weil ich mich mit diesen etwas "laienhaft" schon auseinandergesetzt hatte, so dass ich nun vor allem auf die wissenschaftliche Aufarbeitung neugierig war.
Stellan Vinthagen von der Abteilung für Friedens- und Entwicklungsforschung an der Universität Göteborg, Schweden sprach über seine schon publizierte Dissertation "Gewaltfreie Aktion - eine soziale Praxis von Widerstand und konstruktivem Programm". In dieser Arbeit diskutierte er frühe Theorien von Mohandas Karamchand Gandhi und Gene Sharp in der Perspektive der späten modernen Soziologie, um eine soziales und praxisbezogenes Beschreibungssystem zu entwickeln. Er stellte dabei heraus, dass das Konzept der Gewaltfreiheit die Aspekte "gegen-Gewalt" und "ohne-Gewalt" miteinander kombiniert. Diese Kombination von einerseits Widerstand und andererseits Konstruktion wird verwirklicht durch dialogische Fähigkeiten, normative Regulierung, das Brechen von Macht und utopischer Ausführung. Gewaltfreiheit ist damit in diesem Konzept im Gegensatz zu früheren Konzepten eine multidimensionale Rationalität.
Pfarrer Martin Arnold, Lehrbeauftragter an der Universität Marburg im Studiengang Friedens- und Konfliktforschung, präsentierte unter dem Thema "Wie sich Gandhi die Wirkungsweise von Satjagraha vorstellte" einen Teil seines Dissertationsprojektes "Die Wirkungsweise gewaltfreier Praxis: Zentrale Konfliktaustragungskonzepte im interkulturellen Vergleich". So wie er sich in seinem Dissertationsprojekt allgemein die Frage stellt, wie Gütekraft (dt. Übersetzung von Satjagraha) wirkt und was ihre Möglichkeiten und Grenzen sind, fragte er in seinen Vortrag danach, wie sich Gandhi Gütekraft vorstellte und mit welchen Mitteln er zur erhofften Wirkung kommen wollte, wobei er den spezifischen weltanschaulichen Hintergrund Gandhis berücksichtigte. In der daran anschließenden Diskussion wurde zum einen sich mit den philosophischen Grundlagen des Konzeptes von Gandhi und ihrem weltanschaulichen Hintergrund auseinandergesetzt und zum anderen problematisiert, inwieweit Gandhis Methode auch in unserer Gesellschaft wirkkräftig angewandt werden kann.

Drittens fand ich schon allein die Konzeption der Studientage, dass es hier nämlich darum geht, dass Akteure aus gewaltfreiorientierten sozialen Bewegungen und ForscherInnen über diese Bewegungen zusammenkommen, faszinierend, da mir die Kopplung von Praxis und Theorie für beide Seiten als hilfreich erscheint: Die Theorie wird lebendig und die theoretische Reflexion der Praxis gibt dieser wiederum Impulse. Für mein eigenes Dissertationsprojekt war dies hilfreich, da ich über den Studientag zum einen Kontakte zu weiteren das Thema meiner Arbeit betreffenden Zeitzeugen aufnehmen konnte, zum anderen konnte ich mich aber auch mit anderen Forschenden über methodische Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens austauschen.
Auch den interdisziplinären Charakter - trafen hier doch die Fachbereiche Umweltwissenschaften, Theologie, Erziehungswissenschaften, Sozialpädagogik, Psychologie und Konflikt- und Friedensforschung aufeinander - der Veranstaltung empfand ich dabei als anregend.

Luise Schramm. Leipzig


Dissertationsvorhaben zum Thema "Trainings für Gewaltfreiheit": Recherche und Studientag

Vom 2.-6.10.2006 hatte ich, Achim Schmitz, im Archiv Aktiv die Gelegenheit zur Recherche von Materialien über Trainings in gewaltfreier Aktion. Zum vierten Mal während meiner Dissertation konnte ich eine Fülle an Materialien sichten. In Zeitschriften, Büchern, Rundbriefen, Trainingsprotokollen, Evaluationen, Examensarbeiten, didaktischen Materialien, Methodensammlungen, usw. konnte ich in den letzten Jahren gerade im Archiv Aktiv aus dem Vollen schöpfen. Diese Fülle an Materialien von ca. 35 Jahren gebündelt auszuwerten, ist tatsächlich eine Aufgabe für mindestens eine Doktorarbeit.
Diesmal setzte ich mir im wesentlichen zwei Schwerpunkte: Ein Schwerpunkt lag darin herauszufinden - mit der Hilfe von Wolfgang Hertle, der sich in den entsprechenden Zeitepochen auskennt -, in welchen Kampagnen es welche herausragenden Aktionen gab, vor denen es evtl. Vorbereitungstrainings gab. Mir geht es darum, mit Fallbeispielen die Trainingsgeschichte plastisch erfahrbar zu machen und einer wissenschaftlichen Auswertung zugänglich zu machen. Exemplarisch wählte ich um die Kampagnen gegen Atomkraftanlagen (z.B. in Wyhl auf dem Bauplatz des Atomkraftwerks und in Gorleben an der Tiefbohrstelle 1004) und gegen Atomwaffen (v. a. in Mutlangen). Um mir einen tieferen Einblick in den Verlauf der Widerstandsgeschichte in Westdeutschland zu verschaffen, verschaffte ich mir einige Buchbeiträge dazu (u. a. von Wolfgang Hertle, Wolfgang Sternstein).
Ein anderer Schwerpunkt lag in der Auswertung der ersten Trainings in gewaltfreier Aktion in Westdeutschland, die meines Wissens so genannt wurden. Es waren v. a. Trainings, die Eric Bachman von 1972-1976 im Internationalen Freundschaftsheim in Bückeburg durchführte. Diese Trainings wurden protokolliert. Mit Hilfe der Trainingsprotokolle und möglichen durchzuführenden Interviews mit Akteuren aus dieser Zeit geht es mir um eine genaue Definition, ab wann es wirklich Trainings gab und welche Seminare Vorläufer davon waren. Außerdem sind auch diese Trainings Fallbeispiele, deren Auswertung Aufschluss über die Trainingsgeschichte geben kann.
Am 7.10.2006 luden das Archiv Aktiv, das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK), das Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (ikm) und die Arbeitsstelle "Gewalt überwinden" der Nordelbischen Kirche zum Studientag in die Friedenskirche Hamburg-Altona ein. Dabei war ich einer der IFGK-MitarbeiterInnen, die den Studientag mit vorbereiteten. Der schwedische Friedensforscher und Friedensaktivist Stellan Vinthagen führte uns in "Gewaltfreie Aktion - eine soziale Praxis von Widerstand und konstruktivem Programm" ein. Auf der Basis von Definitionsansätzen zu Gewalt und Gewaltfreiheit stellte Vinthagen interdisziplinäre Ansätze zur Analyse gewaltfreier Aktion vor. Mit plastischen Beispielen und analytischen Instrumenten war es eine hilfreiche Kombination zwischen Theorie und Praxis. Danach wurden 7 Vorträge in 2 parallelen Gruppen gehalten. Die meisten stellten ihre Doktorarbeiten vor: Luise Schramm zur Rolle der evangelischen Kirche in den Konflikten um Atomkraft in Brokdorf, Miriam Schroer über genderorientierte Evaluation ziviler Konfliktbearbeitung (http://www.glow-boell.de/de/rubrik_2/5_1581.htm), Karsten Schulz über das Umweltfestival "AufTakt 1993" in Magdeburg (http://www.auftakt93.de) und seine Vorläufer sowie ich mit meinem Thema (http://www.frieden-achim-schmitz.de/html/deutsch/aktuelles/aktuelles_main.htm).
Martin Arnold referierte über Vorstellungen von Gandhi über die Wirkungsweise von Satjagrah (http://www.martin-arnold.de.vu). Beate Friedrich referierte über Perspektiven herrschaftskritischer, radikalökologischer und basisdemokratischer Bewegungs-Akteure bei Umwelt- und Technikkonflikten. Albert Fuchs stellte seine quantitativen Ergebnisse von Erkundungen zum Pazifismus-Militarismus-Komplex vor.
Von Feedbacks auf meinen Vortrag mit Schaubildern und Fallbeispielen nahm ich von WissenschaftlerInnen und TrainerInnen wertvolle Anregungen mit. Beim Thema von Luise Schramm konnte ich Querverbindungen zu meinem Thema herstellen, da Trainings auf Aktionen gegen Atomkraft vorbereiteten und die Entwicklung der Anti-Atomkraft-Bewegung mit ihren Strömungen dafür informativ ist.
So fühle ich mich durch meinen Forschungsaufenthalt in Hamburg mit Hilfe des Archiv Aktiv bestärkt und unterstützt, an meiner Dissertation weiterzuarbeiten. Mein Projekt kann auch gern finanziell unterstützt werden, um Fahrtkosten, Kopierkosten, Telefonkosten, sonstige Materialkosten, etc. decken zu können. Nähere Informationen dazu unter achim@frieden-achim-schmitz.de.

Achim Schmitz (Stuttgart)


Ein paar Rosinen vom Studientag:
Ideen für wirkungsvollere gewaltfreie Strategien und Gender in der zivilen Konfliktbearbeitung

Zwei Highlights vom 7. Oktober in Hamburg: der Vortrag von Stellan Vinthagen "Gewaltfreie Aktion - eine soziale Praxis von Widerstand und konstruktivem Programm", und der Beitrag von Miriam Schroer über genderorientierte Evaluation. Beide boten anregende Impulse für zukünftige Strategien, gewaltfreie Aktionen und auch für Projekte der ZKB im In- und Ausland.
Thesen von Dr. Stellan Vinthagen, Friedensforscher und Aktivist aus Schweden: Ziel und Mittel von gewaltfreier Aktion müssen zusammenpassen! Mehr Gewicht auf die Entwicklung von Alternativen zu Gewalt! Die Methoden sind der Same im Garten, um Demokratie und Gleichheit zu entwickeln. Dazu gehört es zum Beispiel zwischen der Person und ihrem Verhalten zu unterscheiden, das Verhalten in Frage zu stellen und gleichzeitig der Person gewaltfrei und wertschätzend zu begegnen. Die analytischen Konzepte, die er vorstellte, sollen dazu beitragen, einen Konsens durch Dialektik zu erreichen und potentielle Widersprüche, die im Konzept von Gewaltfreiheit selbst liegen, die zu Manipulation und paternalistischem Verhalten führen könnten, transparenter zu machen. Dogmatismus und Fundamentalismus z.B. gehören für ihn zu gewaltförmigen Verhaltensweisen.
Die Konzentration auf das Verhalten bei der Konfliktbearbeitung greift zu kurz: Im Konflikt-Dreieck von Galtung geht es um ATTITUDES (Einstellungen), BEHAVIOR (Verhalten) und CONFLICT-Widerspruch. Alle drei Aspekte wirken im Konflikt. Am Beispiel Einstellungen sprach Stellan Vinthagen von der Kraft der positiven Vision, vom Handeln, dass die Utopie vorweg nimmt. Als Beispiel erzählte er von Strandbesuchen von Schwarzen SüdstaatlerInnen, die mit ihren Picknick-körben und Badesachen die für sie verbotenen Strände der Weißen besuchten, bei denen sie immer wieder verhaftet wurden. Nur Dialog reicht nicht!
Weiterhin kritisierte er eine Verkürzung der Konfliktbearbeitung auf den Dialog zwischen den Konfliktparteien. Die Machtbeziehungen und Strukturen müssen stärker in den Blick kommen, indem man/frau eine normative Regulation derselben versucht. Das kann durch Streik und Nichtkooperation geschehen und auch durch den Aufbau des gewünschten Neuen, in Schulen, Kooperativen oder mit der Gründung von Gewerkschaften.

Plädoyer für die Macht von unten - für gewaltfreie Eskalation, hin zu mehr Gewaltfreiheit!
Beginnend mit kleinen Schritten sollte die nächste Ebene einer gewaltfreien Eskalation schon sorgsam mitgedacht werden. Dabei ist die Zielrichtung der Strategie erklärtermaßen mehr und mehr Gewaltfreiheit. Macht wird von unten aufgebaut. Die Herrschenden können zwar mit Gewalt vorgehen, aber sie sind machtlos, wenn sich die Leute davon nicht mehr beeindrucken lassen. Ein Beispiel: Für die hunderttausend britischen Soldaten war es unmöglich, Millionen von InderInnen zu kontrollieren - ab dem Tag als sie entschieden, frei zu sein. Oder ein anderes Beispiel im wirtschaftlichen Bereich: Marx vergaß die Macht der VerbraucherInnen und SteuerzahlerInnen, er sah nur die Macht der ArbeiterInnen zu streiken. Die heutigen Aktienmärkte sind hochgradigen Wechselwirkungen unterworfen. Was würde geschehen, wenn wir die Kabel zerschneiden? Oder ein Gedanke eines Freundes, den er zitierte: "Sie" werden nie Maschinen erfinden, die Hamburger essen können.

Gedanken zu einer Genderorientierte Evaluation in der ZKB
Was ist das überhaupt? Anders als früher geht es nicht einfach um die Gleichstellung der Geschlechter oder einfach um die Stärkung der Frauen. Vielmehr bedeutet eine genderorientierte Evaluation, die Geschlechter- rollen und Identitäten in ihren Wechselwirkungen zu hinterfragen und in die zivile Konfliktbearbeitung aktiv mit einzubeziehen. Warum ist das wichtig?

  • Es geht um Menschen- und Frauenrechte
  • Ein positiver Friedensbegriff beinhaltet eine Konflikttransformation, die soziale Gerechtigkeit und damit auch eine Geschlechtergerechtigkeit anstrebt.
  • Eine inklusive Gesellschaft ist auch eine friedlichere.
  • Die internationale Verpflichtung der Vereinten Nationen (Artikel 13.25)
  • Die Beiträge von Frauen und Männern zu Friedensprozessen sollen genutzt werden.

Besondere Problemfelder brauchen Aufmerksamkeit: die Sicherheit von Frauen und die dichotomen Bilder: starke Männer als Retter und Krieger und auf der anderen Seite schwache Frauen und Kinder, die von ihnen geschützt werden. Die besonderen Bedürfnisse von Frauen, z.B. bei der Entwaffnung von SoldatInnen müssen stärker als bisher berücksichtigt werden, was brauchen ehemalige KämpferInnen, was brauchen Witwen? Wie lässt sich die politische Partizipation von Frauen ermöglichen und fördern? Welche Gewalterfahrungen haben Frauen, welche die Männer? Was ist ein gerechtes Gender Budget? Angeregt durch die Einführung von Miriam Schroer entstanden in der Arbeitsgruppe Fragestellungen auf unterschiedlichen Ebenen. Ein paar davon seien hier kurz genannt:

  • Wie kann eine Rückkopplung mit den Beforschten Frauen und Männern gelingen? (Aktionsforschung, Forschungsobjekte als Subjekte (Maria Mies), Lernen für zukünftiges Handeln durch gemeinsame Reflektion?
  • Kriterien Macht und Rang, wie ist der Zugang und Einfluss in den vorhandenen Strukturen verteilt? Wie verändert sich das durch ZKB?
  • Welche Vorstellungen, Bilder über Macht und Stärke wirken? Sie sind sie konstruiert, wie werden sie dekonstruiert? Welche Rolle spielen sie bei der Entwicklung einer Kultur des Friedens? Was behindert, was fördert, wie verändern sie sich durch ZKB?

Gudrun Knittel (Köln)

 
 
     

 

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